Die heutige Lage scheint dem in Platons Buch Der Staat (554d-555e) mit Sokrates gezeichneten Staatsschiff zu gleichen, auf dem ahnungslose Matrosen sich einbildeten, selbst das Ruder in die Hand nehmen zu können, um den dreistesten unter ihnen zum beliebtesten Steuermann zu erklären. Für anständige Denker und erfahrene Männer bleibt da Mißachtung übrig. Das Allzumenschliche ist geblieben. So viel hat sich gegenüber der Antike dann doch nicht verändert. Aber hier und da macht sich Ernüchterung breit. Gute Bücher erscheinen. Denn wo Gefahr ist, wächst auch das Rettende (Hölderlin). Doch so manche Kultur war schon in Gefahr und wurde nicht gerettet, sondern ging unter. Auch das will bedacht sein, etwa mit Diamonds Buch „Kollaps“. (V.K., Sep. 2006)