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Karl Popper (1902-1994)
D er Begründer des Kritischen Rationalismus, Karl R. Popper (1902-1994), ließ sich von einem Vergleich der Theorien Albert Einsteins, Sigmund Freuds und Karl Marx’ inspirieren, die Spielregeln der Wissenschaften festzulegen. „Logik der Forschung“ (1934) heißt das „Spiel“. Wer Hypothesen aufstellt, die erfahrungsgemäß verworfen werden müssen, aber dennoch an ihnen festhält, ist nach Popper ein Dogmatiker und scheidet wie die Marxisten aus dem „Spiel“ aus. Marxisten läßt das unbeeindruckt und mischen weiter in den Sozialwissenschaften mit. Ähnlich ist es mit den Pseudowissenschaftlern, die ihre Ansichten so formulieren, daß sie kaum Angriffsfläche zur erfahrungswissenschaftlichen Überprüfung anbieten. Das gilt exemplarisch für die von Sigmund Freud begründete Psychoanalyse. Nicht umsonst warnten schon zur vorletzten Jahrhundertwende akademische Psychologen vor der Psychoanalyse als einem beliebten Gesellschaftsspiel, das mit dem Spiel der Wissenschaften wenig zu tun habe. Auf der anderen Seite führt der methodische Rigorismus von Popper auch leicht dazu, zu früh mit der Interpretation abzuschließen, was dann zu einer Falsifikation einer Aussage führen kann, die so nie gemacht wurde. So ist Poppers Gedanke von der Notwendigkeit zur strengen Einhaltung der Empirie stark, auch sein Plädoyer für eine „offenen Gesellschaft“, seine Interpretation Platons aber schwach, weil dieser nicht so einfach als einer ihrer Gegner klassifiziert werden kann. Popper selbst stand Platon sogar insofern nahe, als beide intellektuelle Bescheidenheit gepredigt haben. (V. Kempf, Januar 2006)
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